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Unsere aktuelle Ausgabe 2/2021 zum Thema
»
Tugend Tapferkeit. Widerstand für die gute Sache«
mit folgenden Beiträgen:

Stichwort

Alexander Merkl

Tugend ‚Tapferkeit‘
‚Tugend‘ ist ein ethischer und anthropologischer Grundbegriff, im Singular wie im Plural unterschiedlicher Einzeltugenden.1 Dennoch ist er oftmals negativ konnotiert und vorbelastet. Er erscheint nicht selten ‚unmodern‘. So beschrieb schon Max Scheler (1874–1928) die Tugend als „alte, keifende, zahnlose Jungfrau“2 und Friedrich Nietzsche (1844–1900) konnte im Tugendhaften gar niemand anderen erkennen als einen „Rechtwinkligen“, „Biedermann“ und „Hornochsen“.3

Tugenden als moralisches Können


Seit einigen Jahren jedoch, im Kontext der anglo-amerikanischen ‚virtue-ethics‘-Debatten und verbunden mit Namen wie Alasdair MacIntyre oder G. E. M. Anscombe, die bereits seit einigen Jahrzehnten dazu arbeiten, setzt sich vielerorts eine Rehabilitierung der klassischen Tugendlehre durch. Aus philosophischer wie theologischer Warte lässt sich hierfür auf eine lange und reiche geschichtliche Überlieferung zurückblicken.

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Leseprobe 1
Felix Geyer
Tugendhaft in Transformationsprozessen
Resilienz und Tapferkeit – Ein Gedankenexperiment
Lesen Sie diesen vollständigen, ungekürzten BeitragDie Tugend der Tapferkeit tritt dann zu Tage, wenn Handeln im Angesicht von Herausforderungen gefordert ist. Platon schreibt der menschlichen Psyche drei Grundkräfte zu, nämlich die Kraft des Begehrens, die des Agonalen (gr. Agon: Kampf, Wettkampf, Anstrengung) und die des Rationalen.1 Der Sozialethiker Wilhelm Korff spricht in seiner Übersetzung und ethischen Profilierung dieser platonischen Grundkräfte der Psyche von der „Kraft des Agonalen (thymoeides), die sich ethisch in der Tapferkeit (andreia) verwirklicht.“2 Diese zeigt sich dabei nicht allein in der Ausnahmesituation, z. B. bei der Rettung eines Ertrinkenden oder dem heldenhaften Widerstand gegenüber Ungerechtigkeiten staatlicher Autorität oder rücksichtsloser Gewalt. Die Pointe dabei ist, dass Tapferkeit die Verhaltensweisen meint, die die Widerstandskräfte des Menschen herausfordern. Die richtige Haltung gegenüber Herausforderungen kann somit erstens auch in alltäglichen Situationen provoziert und zweitens als Pluralwort der Bündelung dieser verschiedenen Widerstandskräfte verstanden werden.


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Leseprobe 2
Thomas Hoppe
Tapferkeit im Kontext militärisch-politischen Handelns
Wenn die Rede von ‚Tapferkeit‘ ist, wird mit diesem Tugendwort eine Haltung bezeichnet, die sich in Handlungen zeigt, deren ethische Vertretbarkeit außer Zweifel steht. Außerhalb eines solchen Handlungskontextes lässt sich das Wort nicht sinnvoll verwenden.

Rechenschaft ablegen

‚Tapferkeit‘ meint nicht etwas, was man als ‚Sekundärtugend‘ ansehen könnte, d. h. als ein Verhaltensmuster, das ethisch neutral erscheint und erst von der Zielsetzung der Handlung selbst her eine sittliche Bewertung erfahren könnte. Aus diesem Grunde ist es auch nicht möglich, etwa in der Weise, wie militärische Traditionen gepflegt werden, militärisches Handeln im engeren Sinn von den politischen Absichten und Zwecksetzungen zu trennen, für welche es in Dienst genommen wurde. Erst sobald man diesen politisch-strategischen Kontext mit bedenkt, kann vielmehr die moralische Fragwürdigkeit dessen erkennbar werden, was unter einem reduktionistischen Blickwinkel als militärfachlich richtig und möglicherweise sogar vorbildlich betrachtet werden mag.


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Leseprobe 3
Franklin Buitrago Rojas
Pablo Escobar
Von der Stärke des Helden oder der Angst vor Terrorismus
Als Kolumbianer bin ich in einem Land aufgewachsen, in dem viel Angst herrschte. In den 1990er Jahren hatten wir in den Städten Kolumbiens Angst, an überfüllte Orte zu gehen oder öffentliche Veranstaltungen zu besuchen, weil immer die Gefahr eines Terroranschlags bestand. Zwischen 1989 und 1993 gab es elf Terroranschläge in Bogotá, die meisten davon Sprengstoffanschläge, bei denen mehr als 200 Menschen getötet und 1.100 verletzt wurden. Der Grund für diese Angst hatte einen Namen: Pablo Escobar. Deshalb finde ich es paradox, über die Tugend der Tapferkeit zu schreiben und dabei an die Person des bekannten kolumbianischen Drogenhändlers Pablo Escobar zu denken, denn eine der Definitionen von Tapferkeit lautet exakt: die Fähigkeit, angesichts von Widrigkeiten Angst zu ertragen. In diesem Artikel möchte ich zeigen, dass eine Tugend oder menschliche Eigenschaft, die nicht durch andere Tugenden harmonisiert und ausgeglichen wird, zu einem gefährlichen und zerstörerischen Laster werden kann: „Corruptio optimi pessima.“ Ambrosius von Mailand hatte Recht, als er schrieb, dass Tapferkeit (oder besser Stärke), wenn sie nicht von Gerechtigkeit begleitet wird, Sache des Bösen ist.


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