archivierte Ausgabe 2/2010 |
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Bernhard Kohl |
Minderheiten |
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Minderheiten sind in Mode. Von Kritikern, beispielsweise im bundesdeutschen Kontext, mag die zunehmende Zahl von Menschen die einer Minderheit, also nicht der gefühlten Mehrheit, angehören, als bedrohlich empfunden werden. Minderheiten, wenigstens die zugewanderten, seien eine Gefahr für unser liberales, demokratisches System und eine Gefahr für unsere wirtschaftlichen Interessen. Tatsache ist allerdings, dass die Mehrheit dieser Minderheiten, in Abhängigkeit von ihrem Ausbildungsstand, gesetzestreu ist und mehr Arbeitsplätze schafft, als sie verringert. Faktisch ist die hohe Quote von Zuwanderern und damit neuen Minderheiten für die Stabilität der Bundesrepublik aus demografischen Gründen unerlässlich. Ohne diese ethnischen Minderheiten würde das bundesdeutsche System in absehbarer Zeit zusammenbrechen. Minderheiten sollten also in Mode sein.
Minderheitenbegriffe
Auffällig ist, dass der Begriff „Minderheit“ im Alltag und in den einzelnen Fachdisziplinen oftmals undifferenziert für alle Arten von gesellschaftlichen Teilgruppen verwendet wird. Allgemein gesprochen ist eine Minderheit der kleinere Teil einer als Einheit auftretenden Gesamtheit. Sie definiert sich wesentlich als Gegensatz zu einer Mehrheit, so dass von einer Minderheit nur gesprochen werden kann, wo es auch eine Mehrheit gibt. Minderheiten lassen sich vor allem durch die Merkmale voneinander unterscheiden, welche sie zur Abgrenzung verwenden bzw. welche zu ihrer Abgrenzung verwendet werden. Dabei stellen die politisch wichtigsten Unterscheidungen die zwischen sozialen und politisch-juristischen bzw. ethnokulturellen und innerhalb letzterer Kategorie die zwischen ethnischen und nationalen Gruppen dar.
Sozialwissenschaftlich betrachtet versteht man unter einer Minderheit eine zahlen mäßig kleinere, eine zahlen- und machtmäßig unterlegene oder eine machtunterlegene, aber zahlenmäßig stärkere Gruppe in einem Machtgebilde. Eine nume rische Minderheit ist dabei eine rein quantitativ bestimmte Bevölkerungsgruppe, die eine von der Mehrheitspopulation abweichende Meinung vertritt oder bei Abstimmungen unterlegen ist. Solche numerischen Minderheiten sowie die Zuordnung bestimmter Personen zu dieser Kategorie sind keine feststehenden Sachverhalte, sondern kontingente und veränderliche Effekte von Auswahlprozeduren. Soziale Minderheiten benutzen typischerweise Geschlecht, Alter, Beruf, sexuelle Vorlieben, politische Einstellungen oder ethnische Abneigungen als Merkmale bzw. werden von Dritten über diese Merkmale klassifiziert. [...]
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